Wattips:

Hier ein bei unzähligen Gelegenheiten erprobte Wattips:

Man sieht es oft, und ich tat es zunächst auch: Bergstiefel aus, Gummistiefel an und durch ....! Das Wasser steigt immer höher und man steht vor schwerwiegenden Entscheidungen: "entweder", "oder". Bei "entweder" ist's passiert, und man hätte gleich auf die Gummistiefel verzichten und somit anderthalb Kilo Traglast sparen können. Bei "oder" kann man evtl. stundenlang nach einer besseren Stelle suchen, um dann festzustellen, daß die erste Stelle doch die günstigste war. Beides läuft also meist auf das gleiche hinaus. Meine Empfehlung ist: man sollte Badesandalen mit Riemen und fester Sohle benutzen. Feste Sohlen wegen der Steine und Riemen, damit die oft starke Strömung einem die Sandalen nicht fortschwemmt. Seine Trekkinghose sollte man natürlich ausziehen! Das sollte schnell gehen, da in den Tälern die Mücken oft ihr Unwesen treiben. Zum Balancieren braucht man noch Stöcke, am besten Teleskopstöcke. Diese Gehhilfe ist in den letzten Jahren arg in Mode gekommen. Man sollte sie bei schwerem Gepäck allerdings nicht permanent benutzen, da man die Hände nicht frei hat, um die Schultern vom Druck der Rucksackriemen zu entlasten.

Nach welchen Kriterien findet man aber die "günstigste" Watstelle ? (Nur für Leser mit etwas Humor!)

Spezifikation für die optimale Watstelle:

  1. nicht zu tief,
  2. nicht zu reißend,
  3. nicht zu steinig,
  4. nicht zu kalt,
  5. nicht zu glitschig.

Nummer 1 und 2 kann man optimieren, die übrigen Nummern nur bedingt. Hier aber ganz langsam:

Wenn's breit ist, dann ist die Strömung gering, man versinkt aber eventuell. Wenn's flach ist, dann nimmt einen evtl. die Strömung mit. Für mathematisch Interessierte:

Was in ein umgrenztes Volumen hineinfließt, muß auch herausfließen. Die Strömungsgeschwindigkeiten verhalten sich also umgekehrt proportional zu den Strömungsquerschnitten (Kontinuitätsgesetz). Oder ganz exakt: als vektorielle Ortsfunktion denken wir uns den Geschwindigkeitsvektor U einer stationär strömenden, inkompressiblen Flüssigkeit.  Da die Differenz zwischen aus- und einströmender Flüssigkeitsmenge (DQ) pro Zeiteinheit Null ist, ist das betrachtete Volumen quellen- und senkenfrei, die Divergenz des Geschwindigkeitsvektors ist also Null (Formelmäßig ausgedrückt: div U = 0).

Demnach befindet sich die optimale Watstelle am Übergang der Strömungsgeschwindigkeiten bzw. Querschnitte. Eine Erkenntnis, zu der man wahrscheinlich auch ohne Mathematik kommen kann. Ob allerdings die so gefundene "optimale Watstelle" ausreichend oder gar hinreichend ist, kann man nur durch Augenschein und/oder Ausprobieren feststellen. Die möglichen Konsequenzen sind die gleichen wie oben beschrieben....

Gegen Nummer 3 kann man etwas tun, wenn man nicht barfuß watet.

Gegen Nummer 4 kann man etwas tun, wenn man nur lange genug wartet oder einen Taucheranzug mitschleppt.

 

Gegen Nummer 5 kann man etwas tun, wenn man festen Halt an Stöcken sucht oder zwischen die Steine tritt.

 

Ausrüstungstips:

An sich ein unendliches Thema, da es von Ziel, Dauer, Jahreszeit und persönlichen Bedürfnissen abhängt. Der eine braucht nur ein Müsli am Morgen, ein paar Riegel Schokolade am Mittag und einen gefüllten Magen am Abend, der andere aber unbedingt zwei warme Mahlzeiten und alle zwei Stunden eine Eßpause.

Die folgende Übersicht ist eine Richtschnur für mich bei Nordlandtrekkings im Sommer. Wenn ich das dabei habe, kann (von der Ausrüstung her gesehen) fast nichts mehr schiefgehen:

 

Fahrkarten/Flugscheine, Adressenschild

Hut (feste Krempe gegen Wind und Regen, wasserabweisend)

Bargeld, Scheck-/Kreditkarte

Trekkinghose

Gültiger Ausweis

2 Paar dünne Socken,

1 Paar dicke Socken (wg. Schnaken abends am Lagerfeuer)

Brustbeutel (zum wasserdichten Verpacken von Wertsachen)

Roßhaarsocken (für warme Füße im dünnen Schlafsack)

Tourenbeschreibungen

Bergschuhe (Auf weiteres Schuhwerk kann man bei gutem und eingelaufenem Schuhen verzichten)

"Gehwohl"  (Balsam für die Füße)

Topographische Karten

je 2 T-Shirts (ohne und mit Ärmel)

Taschenlampe, Batt. und Ersatzbirne (alles im Sommer im Norden nicht nötig!!)

2 Radlerhosen (ohne Sitzeinlage. Auf "normale" Unterwäsche sollte man verzichten. Trocknet schlecht und man kann sie auch schlecht mal eben per Hand waschen)

Fernglas (evtl.)

Badesandalen mit Riemen zum Waten

Kompaß

Trainingsanzug (o.ä.)

GPS-Navigator (evtl.), Ersatzbatterien

Anorak und Weste

Mobiltelefon (mit Akkuladegerät und 3 dB- Zusatzantenne)

Pullover

Lektüre (zur Unterhaltung bei Schlechtwetter)

lange Skiunterhose (gegen kalte Nächte)

Schreibzeug und Papier

Regenumhang und –hose

Notizbuch mit Kalender

Rucksack mit Regenüberzug

Schokolade, Knabbergebäck, Obst

Bergsteigerzelt (< 2,5 kg)

Tee/Kaffee, Müsli, "Studentenfutter", Brot, Käse, Rauchfleisch, Hartwurst

kleine Bergsteigerluftmatratze und Flickzeug

Nudeln und Soße, vor allem Trockenpäckchengerichte (Nudeln zufügen, damit es ein dicker Eintopf wird)

(Tip: Fertiggerichte und Dosen möglichst meiden, da sperrig, schwer, abfallbelastend)

Leichter Schlafsack (lieber alles Verfügbare im Zweifelsfalle anziehen)

Mineraltabletten, Salz

Biwaksack (vor allem als Unterlage unter Zelt)

Aludecke

Getränkepulver (evtl.)

Gaskocher mit Windschutz

Zückerle (Süßstofftabletten)

Gaskartuschen (nicht im Flugzeug transportieren; nur vor Ort kaufen!)

Rasierzeug (evtl.)

Kochtopf mit Deckel, etwas Draht (zum Aufhängen des Kochtopfes über offenem Feuer), Reinigungsschwamm

Zahnbürste/-pasta

 kleine Zange

Seife und -dose (klein)

Eßbesteck (zusammenklappbar, aus Leichtmetall)

Kamm

Plastiktasse, Plastik-Teelöffel

Handtuch (evtl.)

Streichhölzer (wasserdicht verpackt), Gasfeuerzeug (voll)

Sonnenbrille (evtl.)

evtl. Wasserflasche (faltbar, vor allem zum Wasserholen, ansonsten ist der Norden nicht wasserarm, wenn man einige Stunden auch bei Hitze gewohnt ist)

Lesebrille (evtl.)

Fotoapparat und Filme

Mückenschutzmittel (eines in Reserve)

Sicherheitsnadeln

Moskito-Kopfschutz (bei Schnakenempfindlichkeit)

Mullbinden

Papiertaschentücher (für alle Zwecke)

Pflaster

Kopftuch (wenn man trotz Mitternachtssonne schlafen will)

Aspirin (für alle Fälle)

Vitamin B1 (regelmäßig  in hohen Dosen eingenommen wirkt es Wunder gegen Schnaken. Bereits vor dem "Ernstfall" einnehmen!)

Reepschnüre (eignen sich auch als Wäscheleine)

evtl. Ohropax (gegen Vogelgezwitscher rund um die Uhr und Rauschen von Wasserfällen)

mehrere (!) Plastikbeutel (Abfall und zum Trockenhalten der Kleidung)

Sonstiger persönlicher Bedarf

Dolch (finn. Pukko)

kleines Radio und Ersatzbatterien 

Taschenmesser (z.B. Schweizer Offiziersmesser) Einkaufstasche (Leinen)

 

Jedermannsrecht: 

Das Jedermannsrecht zählt zu den persönlichen nordischen Grundrechten und ist tief verwurzelt in der germanischen Geschichte. Im Schwedischen wird es als "allemansrätt" und im Finnischen als "kaikkien miehien oikeuudet" bezeichnet. Es beinhaltet das freie Betretungsrecht der Natur, Aufenthalts- und Lagerrecht. Es verpflichtet im Gegenzug aber auch. Man hat die Natur als "Partner" zu achten auch so zu verlassen, wie man sie vorfand. Nach Abbau des Lagers darf nichts mehr daran erinnern, daß hier schon jemand war. Alle Abfälle sind wieder mitzunehmen. Umweltschutz ist also nicht wie bei uns z.T. eine populistische Modeerscheinung.

Anmerkung: Das "allemansrätt" hat den gleichen Wortstamm wie er auch in "Alemannen" (alle Mann/en) zu finden ist.

 

Schnaken: 

 

Ein unendliches Thema .... Wenn man erzählt, daß man im Norden war, wird man spätestens nach dem zweiten Satz auf dieses Thema angesprochen. Summa summarum wird maßlos übertrieben. Der eine kommt halt besser damit zurande als der andere. Die Gegenfrage wäre vielleicht, wie der Fragende nachts an der Costa Brava über der Disco geschlafen hat. Vieles ist halt Einstellungssache, aber bei der Schnakenfrage kann man aktiv was tun, gegen Disco- und Straßenlärm wahrscheinlich weniger.

Mich persönlich mögen die Schnaken Gott sei Dank nicht so sehr. Aber es gibt noch ein paar Tips:

 

....... und das Wichtigste ist eine Portion Gelassenheit.